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Auftakt zum neuen Unternehmensgründungs-Seminarkurs „BEAM“

Auftakt zum neuen Unternehmensgründungs-Seminarkurs „BEAM“

Fortschritt und Innovation entstehen durch Erfindergeist. Aber wie wird aus einer Idee tatsächlich ein Start-Up? Wie kann das unternehmerische Potential Jugendlicher in einen realen Businessplan überführt werden?

Um das herauszufinden betreten 16 Schülerinnen und Schüler der aktuellen Klassenstufe 10 im kommenden Schuljahr Neuland. Im Seminarkurs BEAM – kurz für Business, Entrepreneurship and Math – werden sie ein Jahr lang ihre Businessideen ausarbeiten. Begleitet von Wirtschaftslehrkraft Herr Hauer und verschiedenen externen Expertinnen und Experten aus der Wirtschaft werden sie von Grund auf erlernen, wie man ein Start-Up konzipiert, plant und umsetzt. In zahlreichen Workshops erlernen sie Methoden wie Design Thinking oder das Business Model Canvas, erfahren die Signifikanz des Networkings und der Präsentationskompetenz und besuchen Firmen aus der Region.

Um sich bereits erste Gedanken über mögliche Ideen zu machen und die selbstständigere, weniger verschulte Arbeitsweise des neuartigen Seminarkurskonzepts kennenzulernen, fand eine Kick-Off-Veranstaltung am 24. Juni statt. Bereits für die Auftaktveranstaltung kam externe Expertise zum Einsatz. Amina Daca und Markus Meisl, die zunächst sich selbst, ihre beruflichen Rollen sowie ihren persönlichen Werdegang vorstellten, leiteten die dreistündige Veranstaltung. Vor Beginn sorgte eine humorvolle Frage von Amina für Schmunzeln: „Ist das eine reine Jungenschule?“ Aber dann betraten mit Hanna und Cara neben 14 Jungen auch zwei Schülerinnen den Raum.

Im Mittelpunkt des Tages stand die Frage, was ein Unternehmen ausmacht und wie innovative Ideen entstehen. Dabei sollte insbesondere die Brücke zwischen wissenschaftlichem Denken und der Entwicklung von Start-ups geschlagen werden.

Zum Kennenlernen wurden die Schülerinnen und Schüler zunächst auf ungewöhnliche Weise aktiv: Sie sollten sich ohne weitere Hilfsmittel alphabetisch nach ihren Vornamen, anschließend nach ihrem Geburtsdatum und schließlich nach ihrer üblichen Aufstehzeit aufstellen. Die Aufgabe verdeutlichte, wie wichtig es ist, Informationen zu sammeln, zu strukturieren und gemeinsam Lösungen zu finden.

Anschließend ging es um die Denkweise erfolgreicher Start-ups: Wie betrachten Unternehmerinnen und Unternehmer Probleme? Wie entwickeln sie daraus Lösungen? Spielerische Übungen machten diese Perspektive erlebbar. So zeichnete beispielsweise eine Person ein Bild, das sie selbst nicht sehen konnte, ausschließlich auf Grundlage der Anweisungen ihres Partners. Die anschließende Reflexion zeigte deutlich: Gute Kommunikation ist der Schlüssel zu erfolgreicher Zusammenarbeit.

Eine weitere Herausforderung stellte die bekannte „Marshmallow Challenge“ dar. Unter Zeitdruck, mit begrenzten Ressourcen und ohne vorgegebenen Plan mussten die drei zugeteilten Teams gemeinsam eine Lösung entwickeln, um aus 20 Spaghetti und einem Marshmallow einen möglichst hohen Turm zu bauen. Dabei wurde schnell deutlich, wie wichtig Kreativität, Spontanität und Teamarbeit sind. Passend dazu gaben die Workshopleiter den Teilnehmenden den bekannten Startup-Leitsatz „Fail early, fail often“ mit auf den Weg – Fehler als Chance zu verstehen und aus ihnen zu lernen.

Auch die Bedeutung von Soft Skills wurde thematisiert. In einer angeregten Diskussion setzten sich die Schülerinnen und Schüler zudem mit dem berühmten Zitat des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt auseinander: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“ Dabei wurde deutlich, welche Rolle Visionen und Zukunftsideen für Innovation und gesellschaftlichen Fortschritt spielen.

Als konkretes Beispiel für ein erfolgreiches Startup wurde das Unternehmen Recup vorgestellt, das mit seinem Mehrweg-Pfandsystem einen Beitrag zur Müllvermeidung leistet. An diesem Beispiel wurde sichtbar, wie Innovation dazu beitragen kann, Alltagsprobleme zu lösen, Prozesse zu vereinfachen und gleichzeitig einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft und die Umwelt zu haben.

Im praktischen Teil des Workshops arbeiteten die Schülerinnen und Schüler schließlich selbst wie junge Gründerinnen und Gründer. In Kleingruppen identifizierten sie zunächst alltägliche Probleme, analysierten diese genauer und entwickelten darauf aufbauend verschiedene Lösungsansätze. Anschließend wurden die Ideen priorisiert, ausgearbeitet und in einer Ideenwerkstatt vorgestellt. Dabei präsentierten die Gruppen ihr Konzept ähnlich wie bei einem Pitch vor Investorinnen und Investoren: Sie erläuterten das Problem, die Zielgruppe, ihre Lösungsidee sowie den Mehrwert ihres Produkts oder ihrer Dienstleistung.

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen durchweg positiv aus. Cara lobte insbesondere die abwechslungsreiche und interaktive Gestaltung des Workshops: „Es war sehr cool, dass es interaktiv war und nicht nur ein monotoner Vortrag.“ Zudem habe man nun einen guten Überblick darüber erhalten, was im kommenden Schuljahr auf die Teilnehmenden zukomme und könne bereits in den Ferien erste Ideen sammeln. Besonders positiv hob sie hervor, dass die Inhalte nicht nur theoretisch vermittelt wurden, sondern direkt praktisch erlebbar waren. Auch die bereitgestellte Verpflegung kam gut an: „Man hatte immer zwischendurch ein bisschen Nervennahrung.“

Der Workshop bot den zukünftigen BEAM-Teilnehmenden einen motivierenden und praxisnahen Einstieg in die Welt von Entrepreneurship, Innovation und Projektarbeit und machte Lust auf die kommenden Herausforderungen. Damit beginnt die Reise auf dem Weg zum eigenen Unternehmen. Den finalen Pitch können die Schülerinnen und Schüler in Kombination mit dem schriftlichen Businessplan in ziemlich genau einem Jahr als Abiturprüfung anrechnen.