Ziel der Exkursion des Psychologie Basiskurses am Donnerstag, den 22 Januar 2026, war die Sammlung Prinzhorn in Heidelberg. Es handelt sich dabei um ein Museum für historische Werke aus psychiatrischen Anstalten sowie von Psychiatrieerfahrenen heute. Die bedeutende Spezialsammlung ist angeschlossen an die Klinik für Allgemeine Psychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg. Neben einer allgemeinen Dauerausstellung, die Einblicke in die Sammlung, ihren Ursprung und ihre Intention gewährt, gibt es wechselnde Sonderausstellungen, die meist ungefähr drei bis vier Monate zugänglich sind.
Mit großem Interesse ließ sich der Psychologiekurs auf die Werke der Sammlung unter dem Titel „Wer bin ich? Bilder der Identitätssuche“ ein. Was diese Werke verbindet? Menschliche Identität entsteht fortwährend im Erleben des eigenen Ichs – verwoben mit Biografie, Selbstwahrnehmung, Emotionen und Körperlichkeit. Eine besondere Herausforderung für die Erfahrung von Identität stellen psychische Krisen dar. Menschen mit der Diagnose Schizophrenie fällt es oft schwer, ein stabiles, kontinuierliches Selbstbild zu bewahren. Sie erleben einen Verlust der Identität, eine „Ich-Entfremdung“, weil sie ihre eigenen Gefühle, Gedanken oder Handlungen als fremd oder von außen gesteuert empfinden.
Außerdem stellte der Kurs Bezüge zu den behandelten Inhalten im Unterricht her, beispielsweise in Bezug auf das Persönlichkeitsmodell der Big Five, die Entstehung des Selbstkonzepts, das Entwicklungsmodell von Erikson und Marcias Beschreibung zu Identitätszuständen. Die Schülerinnen und Schüler schlüpften in die Rolle von Kuratorinnen und Kuratoren und entscheiden sich für besonders eindrucksvolle Bilder und Impressionen der Ausstellung. Die Werke stießen auf die unterschiedlichsten Reaktionen, die im Anschluss kritisch diskutiert wurden.

















