Auch in diesem Jahr besuchten die Schülerinnen und Schüler des Privatgymnasiums Schwetzingen im Zuge des Deutschunterrichts das Heidelberger Theater. Die Theaterkooperation ist ein wichtiger Bestandteil des Schulcurriculums, um Literatur und insbesondere Dramen nicht nur theoretisch zu besprechen, sondern auch inszeniert zu erleben. Im Januar standen die Theaterbesuche der Klassenstufen 5, 7, 9, 10, K1 und K2 an.
Die beiden fünften Klassen lernten das Heidelberger Theater mit einer kindgerechten Inszenierung des Kinderbuchklassikers „Die kleine Hexe“ kennen. Besonders überzeugten hierbei das liebevoll gestaltete Bühnenbild samt Hexenhaus und die kreativ eingesetzten Effekte wie Feuerwerk und fliegender Besen. Am Schluss wurden sogar Postkarten mit den Figuren des Stücks verschenkt.
Ebenfalls auf dem Programm der Klassenstufe 7 stand ein Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur. Ottfried Preußlers „Krabat” vermittelte Themen wie Macht, Autorität und Zusammenhalt auf eine für diese Altersgruppe geeignete Weise. Interessant war hierbei vor allem, dass das Bühnenbild weitgehend unverändert blieb und Szenen-, Orts- und Zeitwechsel durch Licht und Video angezeigt wurden. Dadurch wirkte die Aufführung sehr dynamisch. Lediglich drei Schauspieler deckten alle Figuren ab, wobei Magnetfiguren am Bühnenbild halfen, damit die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht den Überblick verloren.
Die beiden neunten Klassen erlebten mit dem Stück „Der talentierte Mr. Ripley” erstmals eine Abendvorstellung, was für noch mehr Theaterflair sorgte. In dem düsteren, schnellen und packenden Stück verfolgten die Schülerinnen und Schüler, wie sich der Protagonist immer wieder neu erfand, sich in Lügen verstrickte und in ein fremdes Leben hineintauchte. Seine neue Identität wird zur Maske, Moral zur Nebensache.
Die Klassen 10a und 10b besuchten mit „Biedermann und die Brandstifter“ ein zeitloses „Lehrstück ohne Lehre“ von Max Frisch. Der Stoff wurde dabei modern interpretiert: Eine rappende Erzählinstanz führte durch das Stück. Aus dem minimalistischen Bühnenbild wurde durch das Spielen auf zwei Ebenen viel herausgeholt.
Passend zur im Unterricht gelesenen Lektüre „Der zerbrochne Krug” sahen die Schülerinnen und Schüler der Kursstufen 1 und 2 eine Inszenierung des Stücks von Heinrich von Kleist im Marguerre-Saal. Der Stoff wurde unter feministischen Gesichtspunkten neu interpretiert. Das Schauspiel auf der Bühne wurde durch eine Live-Band mit rein weiblicher Besetzung, Videosequenzen sowie Live-Kameraaufnahmen ergänzt. Diese Mischung aus Musik, Bild und Video wirkte intensiv und überfordernd, aber auch spannend und eindrucksvoll. Vor allem das Ende regte die Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken und zu Diskussionen an.
Während sich unsere beiden sechsten Klassen zu Schuljahresbeginn von der Inszenierung „Troja“ begeistern ließen, steht für die Achtklässlerinnen und Achtklässler im März „Man vergisst nicht, wie man schwimmt“ auf dem Programm. Den krönenden Abschluss bildet traditionell der Besuch der Heidelberger Schlossfestspiele. Am Ende ihrer Schulzeit genießen die Deutsch-Leistungskurse ein letztes Mal im schulischen Kontext den Theaterzauber in ganz besonderer Atmosphäre.
Der Ausflug ins Theater ist für die Schülerinnen und Schüler immer ein Highlight, nicht zuletzt, weil er sich immer mit einem Besuch des einen oder anderen Fastfood-Restaurants in der Heidelberger Hauptstraße kombinieren lässt.



